Weihnacht in der Kunst - Einleitung

Das Thema Christi Geburt in der Geschichte der bildenden Kunst

Weihnachtsbilder-in-der-Geschichte-der-Malerei: Rogier van der Weyden: Anbetung der Könige
Rogier van der Weyden: Anbetung der Könige

 

Motive aus der Weihnachtsgeschichte finden sich in fast allen Epochen der Kunstgeschichte. Das Themenfeld umfasst die Verkündigung durch den Erzengel Gabriel, den Kindermord des Herodes, die Geburt Christi, die Anbetung durch die heiligen Drei Könige und die Flucht der heiligen Familie nach Ägypten. Die Anbetung steht fast immer im Mittelpunk. Die klassischen Titel sind: "Geburt Christi", "Anbetung der Hirten", "Anbetung der Könige" und "Verkündigung".

Weihnachtsbilder-in-der-Geschichte-der-Malerei: Rembrandt
Rembrandt

Die Zusammenstellung auf dieser Seite enthält ausgewählte Bilder aus dem 13. Jahrhundert bis in die Moderne. Zentrales Motiv war für mich eine kleine Studie über die künstlerische Darstellung des Themas. Der Vollständigkeit halber habe ich Bilder aus der byzanthinischen Kunst mit hinzu genommen, obwohl dort - im Gegensatz zur Renaissance - der künstlerische Ausdruck keine nennenswerte Rolle spielt, sondern die symbolische Darstellung des Themas selbst im Vordergrund steht.

 

 

 

 

Weihnachtsbilder-in-der-Geschichte-der-Malerei: Rembrandt

Rembrandt

Motive und Bildtitel

Die Geburtszene mit der Verkündigung an die Hirten und der Anbetung der Magier verbunden. Überraschend wenige Bilder tragen den Titel "Christi Geburt" oder "Heilige Nacht", sehr viel häufiger kommen die Titel "Anbetung der Magier" (= Anbetung durch die Magier bzw. Weisen aus dem Morgenland) und  "Anbetung der Hirten" vor. Mit zum Thema Weihnachten gehört die Szene der "Verkündigung", bei der Erzengel Gabriel die frohe Botschaft an Maria überbringt.

 

Geschichtlicher Hintergrund

Ausgangspunkt sind die Erzählungen im Matthäus- und Lukasevangelium  und anderen  Legendentexten.

 Matthäus 2. Kapitel
Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise* aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen:  Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten. Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem,
·4 und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5,1): "  Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll."  Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, daß auch ich komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Die Magier - Weise oder Heilige Drei Könige?

Auf den Bildern werden die "Heiligen Drei Könige" verschieden dargestellt. Mal sind es zwei, drei oder vier, und Kleidung und Hautfarben unterscheiden sich. Tatsächlich ist es völlig offen, ob es sich Könige handelt und wieviel es waren. Matthäus sprach nur von "Magiern aus dem Osten", so die Übersetzung aus dem griechischen. Dabei kann unter Magiern auch Sterndeuter, Philosophen oder Gelehrte gemeint sein. Alles andere entstand in der christlichen Legendenbildung. Aufgrund anderer Fundstellen im Testament,  wo Könige Geschenke bringen, wurden die Weisen von vielen Christen als Könige gedeutet.

Die Zahl der Weisen schwankt in den ersten christlichen Jahrhunderten. Wikipedia verrät hierzu:

Origines  (185-254) nennt als erster die Dreizahl der Magier. Auf Wandgemälden der S.-Domitilla-Katakombe sind vier statt der üblichen drei Könige dargestellt, in einer anderen Katakombe sind (wohl aus symmetrischen Gründen) nur zwei Könige mit phrygischen Mützen abgebildet. In einem ehemaligen Mosaik aus dem 6. Jahrhundert in der Geburtsbasilika in Betlehem sind sie mit persischen oder syrischen Kopfbedeckungen dargestellt. Diese Basilika wurde, im Gegensatz zu anderen Kirchen, von den Persern 614 nicht zerstört, vermutlich, weil sie auf dem Mosaik Landsleute erkannten. Die sich schließlich durchsetzende Dreizahl basiert auf den drei Geschenken (Gold, Weihrauch, Myrrhe). (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Heilige_Drei_Könige)

Auch die Namen Caspar,  Melchior,  Balthasar (und Varianten hierzu) entstanden erst nach dem sechsten Jahrhundert.

Aber warum sind einzelne Magier manchmal schwarz? Im 14. Jahrhundert glaubte man im christlichen Abendland, die Welt bestehe aus drei Kontinenten, nämlich Europa, Asien und Afrika. Daher verbreitete sich die Anschauung, die drei Könige symbolisierten die drei Kontinente. Da man Afrika zu dieser Zeit in der Regel mit dem von den Griechen als schwarzes Land bezeichneten Nordostafrika identifizierte, wurde der Vertreter Afrikas in der künstlerischen Darstellung zum Mohren. Dabei wird meistens der jüngste König Caspar auch als dieser Mohr bezeichnet. Doch finden sich bereits in anderen frühen Quellen Melchior und mitunter auch Balthasar als die Vertreter Afrikas. Diese Uneinheitlichkeit findet sich auch noch in neueren Traditionen und literarischen Darstellungen. (Quelle: Wikipedia, a.a.O.)

Gemälde

Maler

Die wichtigsten:

  • Hieronymus Bosch,
  • Leonardo da Vinci
  • El Greco
  • Botticelli
  • Albrecht Altdorfer
  • Baldung
  • van Dyck
  • Rembrandt
  • Hans Leu der Ältere
  • Holbein der Ältere
  • Holbein der Jüngere
  • Paul Gauguin,
  • Cranach
  • Rogier von der Weyden
  • Pieter Brueghel der Jüngere
  • Carl Spitzweg

 

Interessant: Cranach der Ältere, Cranach der Jüngere, Holbein der Ältere, Holbein der Jüngere - Vater und Sohn beschäftigten sich mit demselben Motiv.

 

Moderne Bilder:

Vom  sozialkritische Münchner Maler und Vertreter des Realismus Fritz von Uhde (1848-1911) fiel mir das Gemälde „Schwerer Gang“ (1890) auf.  Es  zeigt inden für den Realismus typischen düsteren  Farbtönen, wie sich ein Mann und eine Frau bei trübem Winterwetter eine schmutzige Landstraße entlang schleppen. Das Zimmermannswerkzeug auf dem Rücken des Mannes und die gekrümmte Haltung der schwangeren Frau sollen Maria und Josef darstellen.

Fröhlicher, optimistischer  und farbenfreudiger malt ein paar Jahre später der Maler Paul Gauguin (1848-1903) zwei Bilder zum Thema: die Geburtsszene auf seinem Bild „Geburt Christi“ (e tamari no atua/).  Das Gemälde zeigt seine Geliebte Pahura in einer Hütte in seiner damaligen Heimat Tahiti. Das neugeborene Kind ist angeblich der Sohn des Künstlers. Gauguin vermischt das  christliche Motivik mit polynesischer Lebensfreude. Ein zweites Bild von ihm heißt "Tahitische Weihnacht".

Ein abstraktes Bild  fand ich beim Stöbern auf dem Portal kunst-fuer-alle.de, ein Bild von  Adolf Hölzel, "Die Anbetung". aus dem Jahre 1912 oder 1913 (Im Original: Öl auf Karton, 40 x 50 cm).

 

Weihnachtsbilder-in-der-Geschichte-der-Malerei: Paul Gauguin: Geburt Christi
Paul Gauguin: Geburt Christi

Weihnachtsbilder-in-der-Geschichte-der-Malerei: Adolf Hölzel: Die Anbetung
Adolf Hölzel: Die Anbetung

 

Bilder aus der Zeit der Renaissance, Manierismus und Barock

Über die Malerei der Renaissance

Die Anfänge der Renaissanceepoche werden im späten 14. Jahrhundert in Italien gesehen; als Kernzeitraum gilt das 15. und 16. Jahrhundert. Gegenüber dem älteren wissenschaftlichen Modell einer Initialbewegung in Italien und der unaufhaltsamen nachfolgenden Ausbreitung über Europa geht man heute in den Kulturwissenschaften immer mehr von einer mehrsträngigen und vernetzten Situation wechselseitiger Einflüsse aus

Der Renaissance voraus ging die kulturgeschichtliche Epoche der Gotik, der Renaissance folgte das Zeitalter des Barock.

 

In der bildenden Kunst löste die Renaissance zuerst in Italien die Gotik ab. Sie setzte um 1420 in Florenz ein (Frührenaissance, 1420-1500), erreichte ihren Höhepunkt zu Anfang des 16. Jahrhundert (Hochrenaissance, 1500-1520) und wirkte in ihrer Spätzeit neben dem um 1520/30 aufkommenden Manierismus fort. Seit der Wende zum 16. Jahrhundert wurden Formen der Renaissance von allen europäischen Ländern aufgenommen und ihren Überlieferungen entsprechend abgewandelt. Kunstmalerei findet sich hauptsächlich als Ausmalung von Kirchen und Klöstern sowie deren Altarbildern. Porträt, Landschaften, Alltagsszenen und Stillleben kamen im Mittelalter und Renaissance als Kunstgemälde erst sehr spät hinzu. Die Malerei der Renaissance ist der ästhetische Inbegriff von Anmut und Form, auf dem ein Großteil der Normen der Moderne beruht. Ihr Einfluss auf die Malerei späterer Generationen war überwältigend, vielleicht sogar entkräftend. Die hauptsächlichen Arbeitstechniken wie auch die übliche Auswahl der Themen und ihre Darstellungsweise reiften und wurden im damaligen Zeitalter entwickelt.

Die Malerei der Renaissance hat ihren Ursprung in den Arbeiten einiger ungewöhnlich begabter Vorläufer im Italien des späten 13. Jahrhunderts. Nach dem legendären Florentiner Cimabue führte sein Mitbürger Giotto di Bondone revolutionäre dreidimensionale, der Wirklichkeit entsprechende Elemente und eine kühne Ausdrucksform der menschlichen Figur ein. Er brach mit der priesterlichen Symbolik des Mittelalters und ließ die Kunst des Freskos neu aufleben, das an die Stelle des Mosaiks trat und zur bevorzugten Ausdrucksform der monumentalen Gemälde der Renaissance wurde. Sein Zeitgenosse Duccio di Buoninsegna in Siena hielt noch immer an byzantinischen Stilformen fest, wie es auch Simone Martini noch in beträchtlichem Maße tat. Letzterer stellte zudem das erste nichtreligiöse Gemälde her, das einen berittenen Condottiere zum Thema hatte. Der junge Ambrogio Lorenzetti, auch aus Siena, malte Allegorien des bürgerlichen Lebens und bediente sich eines realistischen Stils.

 



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Über den Manierismus (Spätrenaissance)

Der Begriff Manierismus (ital. maniera: Art und Weise, Manier) wurde erstmals 1792 von dem italienischen Historiker Luigi Lanzi verwendet und später von Jacob Burckhardt wieder aufgegriffen. Er bezeichnet in der Kunstgeschichte die Übergangsform zwischen der Renaissance und dem Barock in Malerei, Baukunst, Plastik, Musik und Literatur.

Als manieristisch lassen sich italienische Kunstwerke bezeichnen, die etwa in der Zeit von 1520 (Tod Raffaels) bis 1600 entstanden sind, für Frankreich währt dieser Zeitraum etwa von 1550 bis 1610, für Flandern, die Niederlande und Deutschland etwa von 1560 bis 1610. Literarische Werke lassen sich allgemein als manieristisch klassifizieren, wenn sie zwischen der Mitte des 16. Jahrhunderts und 1630 entstanden.

Vasari, heute als Manierist klassifiziert, bezeichnete den Stil des späten Michelangelo, aus dem sich auch sein eigener herleitete, als maniera moderna, der Venezianer Pietro Aretino nannte die Erlangung künstlerischer Authentizität maniera nuova. Als kunsthistorischer Epochenbegriff wurde Manierismus erst von Jacob Burckhardt eingeführt und u. a. von Gustav René Hockes 1958 erstmals erschienenem Buch Die Welt als Labyrinth popularisiert.

Allgemein ist der Manierismus gekennzeichnet durch eine Abkehr von den harmonischen und ausgewogenen Kompositionen der Hochrenaissance in einer Zeit des Umbruchs, die zu einer gesuchten, gezierten, kapriziösen und spannungsgeladenen Manier führte, deren allegorische und enigmatische Darstellungen nur von eingeweihten Kennern aristokratischer Kreise verstanden werden sollten. In der Bildhauerei ist die Figura Serpentinata (s. Giambolognas „Raub der Sabinerin“ in Florenz) charakteristisch für den Manierismus.
Nach Vasari sind Architektur und Malerei Kinder der Zeichenkunst. Das macht sich in der Malerei durch die Bevorzugung der Linie vor der Fläche bemerkbar. Proportionen werden stark verzerrt zu langen Körpern, Beinen, Hälsen, [1] und Körper posieren in den unmöglichsten, dynamischen Verrenkungen[2]; die Perspektive wird gezielt missachtet[3]. Personen werden oft erotisch oder abstoßend hässlich dargestellt. Weitere Stilelemente sind grelle und krasse Farbunterschiede [4], die mitunter schon expressionistisch anmuten, und Vexierbilder[5] sowie Anamorphosen.
 

 

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